Eine NS-Zeitzeugin berichtet

Eine NS-Zeitzeugin berichtet

03. Juni 2016

Im Zuge der alljähr­li­chen Gedenk­fei­ern anläss­lich der Befrei­ung des KZ Mauthau­sen und seiner Neben­la­ger war die Zeitzeu­gin Michae­la Vidlá­ko­vá zu Besuch und berich­te­te über ihre schockie­ren­den Erleb­nis­se in der NS-Zeit.

Die gebür­ti­ge Prage­rin Michae­la Vidlá­ko­vá durch­litt als Kind das KZ There­si­en­stadt. Die heute 80-Jähri­ge berich­tet immer wieder vor Jugend­li­chen über diese schreck­li­che Zeit. Am 11. Mai 2016 verbrach­te sie anläss­lich der Geden­ken an die Befrei­ung der Konzen­tra­ti­ons­la­ger einen Nachmit­tag im STIWA Ausbil­dungs­zen­trum.
Ihr Vortrag umfass­te zum einen allge­mei­ne Infor­ma­tio­nen über die gesell­schaft­li­chen Vorgän­ge zu dieser Zeit, zum anderen aber auch Erleb­nis­se von ihr selbst und von Bekann­ten.
Vidlá­ko­vá wurde in eine jüdische Familie geboren, weshalb sie und ihre Verwand­ten entrech­tet, mit Verbo­ten schika­niert und schließ­lich ins Konzen­tra­ti­ons­la­ger There­si­en­stadt abgescho­ben wurden – sie nannte es „Vorzim­mer des Todes“. Zweiein­halb Jahre musste sie dort in Elend, Hunger und ständi­ger Angst um ihr Leben verbrin­gen. Dennoch hatte ihre Familie Glück: Ihr Vater galt als wertvol­ler Handwer­ker und deshalb wurden sie nicht in einem der vielen Züge in die Vernich­tungs­la­ger gebracht.
„Es war sehr bewegend und aufre­gend mit einer Überle­ben­den darüber zu sprechen. Nach dem Vortrag haben wir uns unter den Lehrlin­gen noch ausge­tauscht, die Schil­de­rung der Todes­mär­sche blieb uns sehr stark in Erinne­rung“, fasst Lehrling Gabri­el Schaf­leit­ner zusam­men und fügt hinzu: „Wir haben volls­ten Respekt vor Michae­la Vidlá­ko­vá, dass sie die Kraft und so viel Engage­ment hat, ihr Erleb­tes zu übermit­teln.“ Rund 70 Perso­nen, die Mehrheit Lehrlin­ge, lausch­ten dem ergrei­fen­den Vortrag. Auch Herta Sticht und ihre Enkel­toch­ter Antonia nahmen teil.

Neuigkeiten und aktuelle Veranstaltungen der STIWA Group



Aktuelles der STIWA Group